Allzu oft verwandeln Filme und Bücher luzide Träume in höllische Alpträume. Das ist keineswegs repräsentativ für die Abenteuer in Klarheit.
Seien wir ehrlich, es gibt einige ziemlich verrückte Mythen über luzide Träume.

Das liegt zum Teil daran, dass es ein seltsames Konzept ist, welches man nur schwer begreifen kann, wenn man noch nie zuvor einen klaren Traum hatte. Ich habe gesehen, wie viele Leute Fehlinformationen und Halbwahrheiten im Internet verbreitet haben, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein.

Und das liegt zum Teil daran, dass berühmte Bücher und Filme über luzide Träume dazu neigen, die Wahrheit zu verdrehen, um ihre Handlung dramatischer zu gestalten. Sicher, ich schätze die kreative Freiheit, aber es ist harte Arbeit, jedes Mal klarzustellen, was an den Filmen realistisch und was reine Fiktion ist.

Traummythen in Filmen

Allzu oft verwandeln fiktive Filmgeschichten das klare Träumen in regelrechte Alpträume.

Der Träumer wird gelähmt in seinem eigenen Unterbewusstsein gefangen und von finsteren Gestalten geplagt, die ihm schaden wollen.

Das ist überhaupt nicht stellvertretend für die Abenteuer in Klarheit. Die meisten luziden Träume sind surreale, euphorische, ehrfurchtgebietende Werke innerer Kreativität. Daher wollen wir uns nachfolgend 5 typische Mythen über das luzide Träumen ansehen und klarstellen, wie viel Wahrheit in ihnen wirklich steckt.

Mythos #1. du kannst im Traum gefangen sein.

Natürlich liebe ich den Film Inception, aber sein unglückliches Erbe ist der Mythos des Traum-Gefängnis: die Idee, dass man in einem verlassenen Traumland stecken bleiben kann.

Ich befasse mich bereits seit 8 Jahren mit dem luziden Träumen und habe noch nie erlebt, dass jemand im Limbus stecken geblieben ist.

Wenn ich aufwachen will, presse ich einfach meine Augen fest zu und öffne sie wieder, während ich „Wach auf!“ rufe. Als ich anfing, klar zu träumen, funktionierte das wie ein Zauber, der mir half, aus Albträumen zu entkommen. Ich benutze es heute selten, auch nicht mehr in Alpträumen, weil ich es vorziehe, mich möglichst der Albtraumfigur zu stellen und das zugrunde liegende Problem zu lösen.

Gefangen war ich immer nur in nicht klaren Alpträumen. Ich bin sicher, jeder kann sich damit identifizieren. Aber lass mich den Unterschied erklären: in einem nicht klaren (unbewussten) Traum oder Alptraum weißt du nicht, dass du träumst. Deshalb hast du auch nicht das Wissen über die Fähigkeit, dich selbst zu wecken. Kurz gesagt: wenn du einen Albtraum hast, ist ein klarer Traum der einzige Weg, um zu entkommen!

Im Gegensatz dazu bist du dir in klaren Träumen bewusst, dass du träumst. Du hast die Kontrolle über deinen Traumkörper und bis zu einem gewissen Grad auch über deinen echten Körper im Bett. Du kannst deine echten Augen öffnen und deine echte Atmung beschleunigen, indem du diese Aktionen in deinem Traum ausführst.

Fazit: Man kann nicht in einem Traum-Limbus stecken bleiben!

Mythos #2: Wenn man in einem klaren Traum stirbt, stirbt man im wirklichen Leben.

In Wes Cravens klassischem Horrorfilm „A Nightmare on Elm Street“ verfolgt ein Psychopath namens Freddie Krueger die Träume von Jugendlichen. Schlimmer noch, wenn er sie in ihren Träumen umbringt, sterben sie im wirklichen Leben.

Wenn ein solcher Mythos wahr wäre, wäre ich jetzt nicht hier, um darüber zu schreiben.

Ich bin viele Male in klaren und nicht klaren Träumen gestorben. Neulich Abend wurde ich erstochen und durchquerte das wunderbar rot-schwarze Traumreich. Dann wurde ich neu geboren und schlüpfte in die Rolle eines Kleinkindes. Du wärst erstaunt darüber, wie aufregend es sein kann, wieder Kind sein zu können.

Einige Leute sagen, dass sie einfach aufwachen, wenn sie in einem Traum sterben. Das liegt meist daran, dass sie ermordet wurden oder in einem anderen adrenalin-starken Traumszenario gelandet sind. Als klarer Träumer habe ich mich trainiert, in meinen Träumen ruhig zu bleiben. Und das bedeutet, wenn mich jemand tötet, tendiere ich dazu, mich an den roten Faden des Traums zu halten.

Normalerweise gehe ich durch eine Art mehrfarbiges Portal oder Reich und tauche als ein anderes Wesen auf. Nach dem Sterben bin ich als Außerirdischer auf einem Operationstisch aufgewacht, mit der Erinnerung, dass mein menschliches Leben nur ein langer Traum als Teil eines epischen außerirdischen Lebenszyklus war. Ein andermal bin ich nach dem Tod in einer anderen Zeit aufgewacht, wie in einer Rückblende. Oft will unser Unterbewusstsein, dass wir diese Traumhandlungen wahrnehmen.

Ich sage „aufgewacht“, denn für mich ist der Übergang zwischen Sterben und Wiedergeborenwerden in einem klaren Traum meist ein Gefühl, von dunkel nach hell zu gehen. Ich vermute, dass sich dies in meiner unbewussten kulturellen Interpretation darüber widerspiegelt, was passiert, wenn man stirbt. Ich glaube nicht an das Jenseits, aber die Träume zeigen mir ihre Sicht der Dinge.

Fazit: Du bist in deinen Träumen sicher. Manchmal wachst du auf und manchmal träumst du einfach weiter.

Mythos #3: Luzides Träumen ist eine Modeerscheinung.

Der charmante und unschuldige Film „The Good Night“ geht luzide Träume direkt an…. nur um die Oneironaut-Community als haarige Hippies zu repräsentieren, Händchen haltend und weinend auf den Schultern des jeweils anderen und um emotionale Unterstützung bettelnd.

Ich persönlich kann mich nicht mit diesem Stereotyp identifizieren – und als klarer Träumer oder Interessierter, vermute ich, kannst Du das auch nicht.

Leider bleibt der Mythos, dass luzides Träumen ein unwissenschaftliches, rein spirituelles Streben ist, in der allgemeinen Bevölkerung hartnäckig bestehen.

Neulich hat mir ein Leser über Facebook geschrieben: „Klarer Traum? Glaubst du wirklich an diesen kram?“

Ich war erstaunt über diese Nachricht, weil ich schon lange weiß, dass luzides Träumen wissenschaftlich belegt ist. Als Wissenschaftler und Skeptiker ist das sehr enttäuschend.

Also lass uns diesen Mythos in Stücke reißen.

Klares Träumen ist keine New Age Modeerscheinung (ein Konzept, das als religiöse oder spirituelle Bewegung definiert ist).

Luzides Träumen ist ein messbarer Bewusstseinszustand, der in den letzten vier Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht wurde. Er hat heute neue Anwendungen in der klinischen Psychologie.

Obwohl es im Laufe der Geschichte seit Jahrtausenden dokumentiert ist, wurden erst 1975 die ersten Labornachweise für Klarträume erbracht. Dr. Keith Hearne maß die genauen und vordefinierten Augenbewegungen seines luzid träumenden Probanden Alan Wolsley.

Dieses Experiment wurde 1983 von Dr. Stephen LaBerge berühmter repliziert. Neuere Studien haben die Hirnstromfrequenzen von luzid Träumenden analysiert und festgestellt, dass sie im Gamma-Bereich (32-100 Hz) ihren Höhepunkt haben. Reguläre Träumende bewegen sich hingegen im Theta-Bereich (4-7 Hz).

Was auch immer Du über New-Age-Philosophien denkst, es ist naiv, luzide Träume als solche zu bezeichnen und die Auswirkungen dadurch sind tiefgreifend.

Keith Hearne

Fazit: Luzides Träumen ist wissenschaftlich belegt. Der erste Beweis hierfür wurde 1975 erbracht.

Traummythen im Internet

Es ist nicht nur Hollywood, das für die Entstehung von Mythen über luzides Träumen verantwortlich ist. Das Internet ist die Heimat einer Fülle von Mythen und Fehlinformationen.

Ich habe die folgenden Mythen auf den Blogs und Forenbeiträgen von unerfahrenen Träumern gefunden, sowie von Internet-Marketing-Seiten, die versuchen, Profit aus luzidem Träumen zu ziehen.

Das Problem hier ist ein Mangel an kritischem Denken. Wenn das nächste Mal jemand eine ungeheure Behauptung über luzides Träumen aufstellt, wie bereit bist du dann, die Gegebenheiten angemessen zu erklären? Oder versuchst du nur clever und geheimnisvoll zu klingen und einen schnellen Nutzen aus der Neugierde des anderen zu ziehen?

Mythos #4. Wenn du nicht klar träumst, verschwendest du ein Drittel deines Lebens.

Wenn du durchschnittlich 8 Stunden pro Tag schläfst, dann ist es richtig zu sagen, dass du ein Drittel deines Lebens schläfst.

Wie auch immer, lass uns schlafen nicht mit träumen verwechseln. Es ist einfach nicht möglich 8 Stunden pro Nacht ständig einen klaren Traum zu durchleben.

Jede Nacht durchläufst du vier Schlafphasen, von denen insgesamt etwa 100 Minuten aus dem REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) bestehen.

Also, bestenfalls hast du einen 2 stündigen klaren Traum, in getrennten Abschnitten, aber das ist wirklich die Obergrenze. Die meisten erfahrenen luziden Träumer sprechen bereits von einem Erfolg, wenn man 20-30 Minuten luzides Träumen in einer Nacht erreicht. Das liegt daran, dass luzide Träume so intensiv sind; eine halbe Stunde im Klartraum ist atemberaubend genug.

Diese Tatsache, übersehen die Internet-Marketer. Schlaf ist für dein Überleben unerlässlich. Du „verschwendest“ nicht ein Drittel deines Lebens oder verpasst dadurch einen aufregenden Lifestyle.

Sicher, ohne Klarheit verpasst du eine Menge Spaß. Aber fall nicht dem Mythos zum Opfer, dass du ein Drittel deines Lebens in klaren Träumen verbringen kannst. Es ist einfach physisch unmöglich.

Fazit: Klare Träume können eine Art zweites Leben bieten, aber nicht in dem Umfang einer ganzen Nacht.

Mythos #5. Nur fortgeschrittene Yogis können klare Träume haben.

Während Meditation nachweislich dein Gehirn auf Klarheit vorbereitet, musst du kein östlicher Yogi sein, um diesen mentalen Zustand zu erreichen.

Ich habe gelernt, wie man meditiert, als ich mit dem luziden Träumen begann, denn diese zwei Dinge gehen Hand in Hand. Meditieren bedeutet einfach, die Aufmerksamkeit auf den eigenen Geist zu richten (ohne dass ein interner Dialog geführt wird).

Meditation dient dazu, dein Selbstbewusstsein im Wachzustand zu erhöhen und dies hat einen Dominoeffekt auf dein Traumleben. Es wird dadurch viel einfacher, diesen „Aha!“ Moment zu haben, während man träumt…. und klar wird.

Natürlich können viele Kinder natürlich luzide Träume haben und es ist unwahrscheinlich, dass sie Meditierende sind. Aber sie neigen dazu, mehr zu träumen und Träume zu visualisieren, während sie schlafen gehen. Es ist also eine sehr sinnvolle Idee, einfach zu meditieren und zu visualisieren, während man einschläft.

Experten sind sich einig, dass jeder die Fähigkeit hat, einen klaren Traum zu haben. Du träumst schon. Und du hast bereits jeden Tag ein Bewusstsein. Luzides Träumen ist einfach die Kombination dieser beiden mentalen Zustände, was wirklich nicht so schwierig ist, wenn man es zu einer normalen mentalen Gewohnheit macht.

Glaube nicht den Mythos, dass luzide Träume einem Elite-Club von Menschen mit besonderen mentalen Fähigkeiten, die sich jahrelangem Training verschrieben haben, vorbehalten sind. Es ist einfach nicht wahr. Klare Träumer kommen aus allen Lebensbereichen, aus einer Reihe von Altersgruppen, und sie haben völlig unterschiedliche IQs.

Fazit: Mit Engagement kann jeder lernen, wie man einen klaren Traum erreicht.

Abschließende Überlegungen

Es ist meine Mission, die Mythen des luziden Träumens aufzuklären, damit es für viele Menschen zugänglicher wird. Ich möchte der Welt beibringen, wie man einen klaren Traum erlebt.

Und dies ist viel einfacher, wenn wir nicht den falschen Glauben festigen, dass unsere Träume darauf hinauslaufen, uns zu holen, zu fangen und zu verletzen. Oder dass die Praxis des luziden Träumens eine mysteriöse spirituelle Modeerscheinung ist.

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