Wie du deine Selbstwahrnehmung verbessern kannstSelbstwahrnehmung: Die mentale Fähigkeit, zu erkennen, wer und was du bist – nämlich, dass du deutlich von anderen Menschen und deiner Umgebung getrennt bist.

Dieses Wissen ermöglicht es dir, deine eigene Persönlichkeit, sowie Gefühle und Wünsche bewusst zu verwirklichen. So kannst du abstrakte Gedanken dazu haben, wer du bist und was du in der Vergangenheit getan hast oder in Zukunft tun wirst.

Der Mensch hat eine hohe Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung, obwohl wir feststellen, dass sich auch einige Tiere für die Selbstwahrnehmung qualifizieren. Es ist besonders hilfreich beim luziden Träumen; den passiven Träumer in ein bewusst denkendes Individuum zu verwandeln, mit der Kraft, seine Traumwelt nach Belieben zu erforschen und zu manipulieren.

Im Wachleben sich meist seiner selbst bewusst zu sein bedeutet, auch im Traum sich mehr seiner selbst bewusst zu sein. Dies wird viel mehr klare Träume bewirken, weil du in der Lage sein wirst zu erkennen, wann du träumst (dass es ein Ort ist, der anders ist als die Realität). Darüber hinaus werden diese luziden Träume lebendiger und intensiver, formbarer und langlebiger sein, dank deiner erhöhten Selbstwahrnehmung.

Die Entwicklung einer selbstbewussteren Denkweise geschieht nicht über Nacht, kann aber einen erheblichen Einfluss auf dein luzides Traumleben haben.

Im Folgenden findest du fünf Möglichkeiten, deine Selbstwahrnehmung zu verbessern und ein aufmerksamerer Beobachter deiner Realität zu werden, sowohl im Wachzustand als auch im Traum.

„Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind, wir sehen sie so, wie wir sind.“ ~ Anais Nin

Selbstwahrnehmungs-Übung 1: Beobachtung

Selbstwahrnehmung verbessernBeginnen wir mit einer einfachen Beobachtungsübung.

Gehe an einen ruhigen Ort, drinnen oder draußen, wo du eine Weile allein sein kannst, ohne abgelenkt zu werden. Setz dich hin und atme langsam und tief durch. Entspanne dich, während du dich an die Umgebung anpasst.

Konzentriere dich auf das, was um dich herum passiert, statt auf das, was in deinem eigenen Kopf vor sich geht. Die meisten von uns leben durch den Tag, springen von einer Ablenkung zur anderen und achten wenig auf die Umgebung. Anstatt die Umgebung zu ignorieren, achten wir einmal darauf und beobachten, was geschieht.

Schaue dir jedes Objekt an, das deinen Blick fängt und das du deutlich sehen kannst. Betrachte seine Form – ist es flach, gerade, eckig, kurvig, rund? Und die Textur, ist sie rau, glatt, gewellt, weich, hart, fest? Achte darauf, wie es vom Licht getroffen wird, ob es hell oder dunkel, matt oder reflektierend, bunt oder farblos ist.

Jetzt erhälst du ein Gefühl für seine Tiefe und Position im Raum. Ist es real oder imaginär? Isoliere es in deiner Vorstellung vollständig von seiner Umgebung. Stelle dir vor, was hinter dem Objekt im Raum existiert, das du nicht sehen kannst. Sah es einmal anders aus? Wie entstand es? Was wird es einmal werden?

Ohne das Objekt überhaupt zu berühren, haben wir jetzt ein viel tieferes Bewusstsein dafür, wie es für uns in der Realität erscheint.

Das wird sehr nützlich sein, wenn du heute Abend träumst.

Indem du selbst auf die langweiligsten Objekte in deiner Umgebung achtest, nimmst du subtile, aber wichtige Hinweise auf, die Träume von der Realität unterscheiden. Das gleiche Objekt in deinem Traum heute Abend instinktiv zu analysieren, würde mit ziemlicher Sicherheit einen luziden Traum ergeben.

Wiederhole diese Übung mit mehr Objekten in deiner Umgebung, wenn du einen ruhigen, reflektierenden Moment hast. Es gibt keine Grenzen: Du kannst diese Übung mit einem Becher oder am wolkenlosem Himmel durchführen. Teste dich selbst.

Für luzide Träumer sind die Handflächen ein gutes Beobachtungsziel, einfach weil deine Hände deine eigenen sind; sie sind immer in der Traumwelt präsent und bieten die Erkenntnis, dass du einen Körper – ein Selbst – hast.

Du kannst deine Umgebung mit jedem Sinn beobachten (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten…. und darüber hinaus: Temperatur, Druck, Gewicht, und so weiter). Benutze alle deine Sinne – oder benutze das Sehvermögen allein, um deinen vollen Fokus auf das Erlebnis zu richten.

Manchmal jedoch lösen verschiedene Objekte verschiedene Sinne aus (z.B. Vogelgesang, entfernter Donner, der Geruch von Essen, die Berührung von Gras unter den Füßen), also fokussiere deine Selbstwahrnehmung auf die Art und Weise, die der Erfassung des vorliegenden Objekts am dienlichsten ist.

Selbstwahrnehmungs-Übung 2: Stell dir das Unmögliche vor

Übungen für SelbstwahrnehmungDiese Übung basiert auf einer bekannten luziden Traumtechnik namens Realitätsprüfung oder Realitätstest.

Nimm einen beliebigen Gegenstand aus der ersten Übung (z.B. ein Glas Wasser) und stelle dir nun, nachdem du ihn beobachtest und vollständig erlebt hast, das Unmögliche vor. Mit offenen Augen und direktem Blick auf das Glas könntest du visualisieren, wie es auf dem Tisch schmilzt.

Stell dir nun vor wie es zerbricht, als ob es spontan durch einen hohen Ton zerbrochen würde.

Stell dir vor, es hebt ab und schwebt einige Zentimeter hoch in der Luft.

Stell dir vor, das Wasser verfärbt sich von selbst mit einem tiefroten Farbstoff.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich vorzustellen, wie sich das Glas Wasser auf unwahrscheinliche oder unmögliche Weise verändert. All diese surrealen Ereignisse passieren in Träumen, und indem wir sie uns vorstellen und in der Realität analysieren, lösen wir einen Bewusstseinsgrad aus, der uns veranlasst, die Frage zu stellen: „Das kann nicht echt sein! Träume ich?“

Diese Übung bietet uns ein Training, um das Schlafwandeln durch den Tag zu beenden, unsere Realität zu studieren und zu beobachten und zu hinterfragen, ob sie real ist oder nicht.

Und wenn du feststellst, dass deine Welt nicht echt ist, wirst du luzid…

Hier ist ein klassischer Traum-Realitätstest mit den Händen. Nachdem du deine Handflächen wie bei der ersten Übung genau angesehen hast, versuche, zwei Finger von der rechten Hand durch die Handfläche der linken Hand zu drücken.

Stelle dir jetzt das Unmögliche vor: Tune so, als würden deine Finger direkt durch die Handfläche gehen. Wie sieht es aus? Wie fühlt es sich an? Wie ist das möglich?

In einem Traum erwartest du dann einfach, dass deine Finger durch deine Handfläche gehen, und sie werden….. Indem du dir das Unmögliche vorstellst, lehrst du deinen Verstand, das Unmögliche zu erwarten, was wesentlich ist, damit sich deine Realitätsprüfung in der Traumwelt als falsch erweist.

Selbstwahrnehmungs-Übung 3: Beobachte dein Selbst

Die ersten beiden Übungen untersuchen unsere Wahrnehmung der äußeren Umgebung. Jetzt werden wir unser Selbstbewusstsein von innen heraus stärken.

Übe dies während der Meditation. Falls du nicht meditierst, versuche dies, während du heute Abend einschläfst (diese Zeit kommt einer Meditation am nächsten).

Wenn du regelmäßig meditieren möchtest (und ich empfehle dir, es für luzides Träumen zu tun), versuche, Brainwave-Entrainment zu hören, das speziell entwickelt wurde, um die luzide Traumpraxis zu unterstützen.

Wenn du völlig entspannt bist, dich hinlegst und die Augen geschlossen hast, konzentriere dein Bewusstsein auf dich selbst und frage dich: Wie fühlt es sich an, jetzt ich zu sein?

Wie bei der ersten Übung beginne mit einem sehr grundlegenden Bewusstsein, wie z.B. dem körperlichen Gefühl, im Bett zu liegen. Ist die Matratze weich oder fest? Sind die Laken kalt oder warm? Rau oder glatt? Hat dein Körper Schmerzen oder liegst du ganz bequem? Fühlst du dich schwer oder leicht?

Dann bewege dich nach innen. Atme tief durch…..

Fühlst du dich ruhig oder gestresst? Warum ist das so?

Kannst du dich an eine Zeit erinnern, in der du MEHR Ruhe oder MEHR Stress hattest? Wie fühlte sich diese Ruhe oder der Stress an?

Wie würdest du das Gefühl beschreiben, wenn du es jemanden erklären würdest, der es noch nie zuvor erlebt hat? Gibt es verschiedene Ebenen in diesem Gefühl? Ist es greifbar? Kannst du es bewegen, aufbauen oder fallen lassen? Wie könnte es aussehen, wenn man es sehen könnte?

Richte deinen Fokus auf die Emotionen oder den Geisteszustand, welche du am stärksten spürst, und untersuche sie auf jede erdenkliche Weise. Versuche, jedes Gefühl (Glück, Frieden, Vergnügen, Langeweile, sogar Schmerz) zu manipulieren, um ein besseres Verständnis davon zu bekommen, wie es deine Erfahrung der Realität beeinflusst.

Selbstgewahr im philosophischen Sinne zu sein bedeutet, seine Gefühle zu erkennen, wie sie auftreten, die Auswirkungen zu verstehen und sie vielleicht sogar effektiv zu nutzen.

Beim Träumen hilft dir diese Verbesserung deiner Selbstwahrnehmung, ungewöhnliche oder extreme Gefühle zu erkennen und dadurch Luzidität zu erzeugen.

Zum Beispiel ist es durchaus üblich, den ersten Klartraum als einem lebhaften Alptraum zu erleben, der die Luzidität auslöst. Das Gefühl intensiver Angst davor, verfolgt oder angegriffen zu werden (oder was auch immer dein Alptraum beinhaltet) kann die Erkenntnis provozieren: „Ich muss träumen!“

Selbstwahrnehmungs-Übung 4: Visualisieren einer Traumszene

Bewusstsein und SelbstwahrnehmungDies ist eine luzide Traumtechnik, die eine stärkere Selbstwahrnehmung hervorruft.

Wenn du jeden Abend damit verbringst, dir das Rutschen auf einer riesigen Rutsche aus Eiscreme vorzustellen, wirst du früher oder später auch davon träumen. Für versierte luzide Träumer geschieht dies schneller, weil sie daran gewöhnt sind.

Kinder, die einen Klartraum haben, nutzen diese Methode häufig intuitiv. Sie gehen schlafen und denken über das beeindruckende Süßigkeitenland nach, das sie gerade im Fernsehen gesehen haben, und es wird plötzlich ihre nächste Traumrealität.

Sie wissen es nicht besser und gehen davon aus, dass jeder dies tut…..

Die Technik des „sich selbst in den Schlaf Tagträumens“ ist in ihrer Essenz einfach, aber es gibt Tricks, um den Prozess zu verbessern und effektiver zu machen.

Was ist also der beste Weg, um eine Traumszene so zu visualisieren, dass man sie bald im Traum erlebt?

Erstens, visualisiere in lebendigen Details und spreche so viele Sinne wie möglich an. Bringe dein Gehirn dazu, zu glauben, dass die Erfahrung tatsächlich stattgefunden hat.

Für dein Gehirn sind die Neuronen, die während der Erfahrung, ein leckeres Gericht zu essen, abgefeuert werden, genau die gleichen Neuronen, die abgefeuert werden, wenn du dir das nur lebhaft vorstellst oder davon träumst. Und da unsere Träume meist Wiederholungen von realen Erfahrungen sind, können wir unsere Träume programmieren, indem wir reale Erfahrungen in unserem Kopf simulieren.

Heute Abend, während du einschläfst, verweile bewusst in einer gewünschten Traumszene und erkunde jedes Element mit deinen Sinnen. Mache dir keine Gedanken wegen der Planung des Ablaufs der Ereignisse, sondern setze nur die Eröffnungsszene.

Um die Visualisierung weiter zu verbessern, füge deine Emotion hinzu. Du wirst eher von einem Ereignis träumen, wenn es besonders emotional war.

Leider scheinen negative Emotionen leichter in unsere Träume einzudringen. Horrorfilme können bei manchen Menschen sehr leicht Alpträume auslösen, aber für die meisten braucht es extreme Situationen wie Trauer oder Trauma, um unsere Träume spürbar zu durchdringen. Der Effekt kann stark sein und sogar zu wiederkehrenden Alpträumen führen. Dies alles unterstützt die Theorie, dass Träume ein psychologischer Heilgrund sind.

Dennoch zielen viele luzide Träumer nur auf positive Emotionen ab, wie z.B. dem tiefen Wunsch, ein bestimmtes Traumereignis zu erleben. Es besteht keine Notwendigkeit, sich selbst zu erschrecken oder schlechte Erinnerungen wiederzubeleben.

Hier ist ein Beispiel für eine effektive Trauminkubation: Stelle dir vor, dass du mit jemandem, der dir viel bedeutet, auf dem Empire State Building stehst. Es ist Nacht und die Stadt ist beleuchtet. Beobachte die Welt unten, bevor du schwerelos in die Luft springst und über der Stadt schwebst. Du fliegst!

Selbstwahrnehmungs-Übung 5: Übung der Selbstwahrnehmung in Träumen

Selbstwahrnehmung im TraumBisher fanden alle Übungen im Wachzustand statt.

Diese Übung ist dagegen für den Fall, dass du das nächste Mal in einem klaren Traum bist.

Mit einer Kombination aus Außenbeobachtung, Realitätsprüfung und Erforschung des eigenen inneren Bewusstseins wirst du deine Selbstwahrnehmung maximieren, wenn dein Traum luzid ist.

Von dem Moment an, in dem du luzid wirst, fang an, deine Traumwelt zu erforschen. Schaue dich um und drehe dich langsam um 360 Grad, bevor du ein interessantes Ziel auswählst. Das können sogar deine eigenen Hände sein.

Studiere das Objekt im Detail, untersuche seine Form, Textur, Farbe und so weiter.

Dann erwarte, dass es wächst oder schrumpft (das wird es!).

Lege dein Bewusstsein in das Objekt und beobachte es von innen.

Erwarte das Unmögliche…. und sehe es dann geschehen.

Erde dich nun, indem du deine eigenen Gedanken und Gefühle in der Traumwelt beobachtest. Bist du glücklich? Aufgeregt? Verspielt? Können diese Gefühle fassbar werden?

Natürlich! Du träumst……

Es gibt eine unbegrenzte Anzahl von Möglichkeiten, deine luzide Traumwelt zu erforschen, um zu sehen, wie sie auf dich reagiert und umgekehrt.

Indem du klar fokussiert bleibst und deine Klarheit erhöhst, während du weitermachst, deinen klaren Traum signifikant verlängerst und dadurch deinen Geist trainierst, um in Zukunft mehr klare Träume zu haben…..

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